ROMADAY
2022:
Still Hope
In Paradise?


Ausstellung, Performance & Diskurs

7.4.–1.5.22


Orte:



Ausstellung:

08.04.–01.05.2022
ACUD MACHT NEU

Do & Fr: 15:00–20:00
Sa & So: 15:00–22:00


Eintritt frei
(wenn nicht anders angegeben)


Das komplette Programm (PDF) herunterladen ︎︎︎
Vor 51 Jahren wurden am 8. April 1971 durch den Ersten Welt-Roma*-Kongress in Orpington bei London die Grundlagen der weltweiten Emanzipationsbewegung von Roma* gelegt. 2007 war die Venedig-Biennale zum ersten Mal Gastgeberin eines von Roma* selbst organisierten Pavillon mit dem Titel Paradise Lost.

2022 haben wir das verlorene Paradies gefunden: Paradies ist jetzt!

Die langen Gleichberechtigungskämpfe von Roma*, Sinti*, People of Color, von queeren Menschen und anderen unterdrückten Gruppen tragen Früchte. Vor zehn Jahren gab es nicht einmal ein Denkmal für die Sinti*- und Roma*-Holocaustopfer, gleichgeschlechtliche Ehe war in Deutschland nicht möglich. Die meisten Ausstellungen, Theateraufführungen und Filme über Roma* und Sinti* wurden von weißen Künstler*innen gemacht. Wir feiern unsere Erfolge – es ist noch nie besser gewesen!

Und dennoch ist die Situation von Menschen, die als „anders“ stigmatisiert werden, nach wie vor allerorts katastrophal. Zu alten Bedrohungen kommen neue Gefahren: Das Denkmal für die ermordeten Sinti* und Roma* Europas soll einer S-Bahn weichen, Rassist*innen machen sich (wieder) breit in Deutschland. Die Klimakrise hat die ganze Welt im Griff, in Europa herrscht Krieg und Rassismus macht auch vor der Situation der Flucht und Vertreibung keinen Halt.

Im heutigen Paradies fragen wir uns daher: Gibt es noch Hoffnung? Wo ist dieses Paradies, für wen? Und wie lange noch?

Die Ausstellung und das begleitende Programm aus Performances, Vorträgen, Diskussionen, Filmaufführungen und Konzerten beschäftigen sich insbesondere:


  • mit dem intersektionalen Charakter der Unterdrückung und der Rolle des Feminismus und der queeren Bewegung bei dem Erkämpfen des Paradieses,
  • mit der sozialen Ungleichheit, der wirtschaftlichen Ausbeutung und deren postkolonialen, geopolitischen Dimensionen, die durch Globalisierung, Digitalisierung und Nutzung moderner Technologien verstärkt werden,
  • mit der Geschichte der künstlerisch-politischen Selbstrepräsentation von Roma*, Sinti* und anderen marginalisierten Gruppen und mit künstlerischen Utopien, mit denen man dem Zukunftspessimismus begegnen kann.



Still Hope In Paradise?


Ausstellungseröffnung

7.4.22  18:30
ACUD MACHT NEU
DE+EN
Mit Werken von Małgorzata Mirga-Tas, Emília Rigová, Luna De Rosa, Marcin Tas und George M. Vasilescu
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Ausstellung, Eröffnung, ACUD

Newly Forgotten Technologies (Five Echoes)


Eröffnungsperformance
von und mit Wesley Goatley

7.4.22  19:00–19:30
ACUD MACHT NEU
EN
In dieser Performance, die für “Still Hope In Paradise?” in Auftrag gegeben wurde, erwachen fünf intelligente Amazon Echo-Lautsprecher zum Leben, nachdem sie aufgrund einer häufigen Fehlfunktion ausrangiert wurden: der Unfähigkeit, sich mit dem Internet und damit mit dem Netzwerk des Amazon-Datenzentrums zu verbinden.  Ohne die “Magie" des Datenzentrums sind sie nichts weiter als leblose Kästen, Symbole einer neuen Zukunft für die Interaktion zwischen Mensch und Computer, die nie gekommen ist.  

Im Laufe von fünf Filmen erzählt jede*r der Alexa-Sprachassistent*innen, die in diesen Geräten gefangen sind, eine Geschichte darüber, wie es dazu kam, dass ihr Echo ausrangiert wurde. Jeder Film bezieht sich auf die seltsamen Geschichten und verlorenen Zukünfte, mit denen diese Geräte unwiderruflich verbunden sind - politisch, ökologisch und emotional.  

Die fünf Geschichten werden von einer Live-Partitur begleitet, die von Wesley Goatley gespielt wird.  Die Partitur ist vollständig aus der Stimme von Alexa komponiert - aber die Stimme wurde verdreht, gedehnt und digital ausgewertet, bis sie zu einer Mischung aus atmosphärischem Ambiente, entferntem Rumpeln und halbgehörtem Flüstern wird, das zu den klagenden Geschichten der fünf Echos passt.
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PerformanceEröffnung, ACUD

DJ D.R.E.E.A


Party

07.04.22  19:30–23:00
ACUD MACHT NEU
Die DJ, Künstlerin und Autorin D.R.E.E.A. hat sich als eine der wenigen glaubwürdigen deutschen DJanes in Berlins Nachtleben etabliert. Ein origineller Kopf, der damit begann, für RAP.de - Deutschlands Online-Hip-Hop-Quelle - zu schreiben. Nachdem sie sich in der musikalischen und künstlerischen Underground-Szene New Yorks bewegt hatte, ließ sie sich wieder in Berlin nieder. Mit ihrer Auswahl an abenteuerlichen und rauen Musikstilen hat sie sich in ganz Europa eine kultige Anhängerschaft erspielt.
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Party, Eröffnung, ACUD

ROMADAY-Parade
F*ck Your Paradise!


Parade durch die Mitte Berlins

08.04.22  16:00–18:00
Start am Denkmal für die ermordeten Sinti* und Roma* Europas / Anschließend Parade zum Rosa-Luxemburg Platz
DE
Vor 51 Jahren wurden am 8. April 1971 durch den Ersten Welt-Roma*-Kongress in Orpington bei London die Grundlagen der weltweiten Emanzipationsbewegung von Roma* gelegt. Die Menschenrechts- und Gleichberechtigungskämpfe tragen nach Jahrzehnten harter Arbeit Früchte: Die Situation von Roma*, Sinti*, People of Color, queeren und anderen unterdrückten Menschen war vermutlich noch nie besser.

Und dennoch: Das erst vor 10 Jahren eingeweihte Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti* und Roma* Europas ist immer noch durch einen S-Bahn-Bau bedroht, Rassist*innen machen sich (wieder) breit in Deutschland. In Europa herrscht Krieg und Rassismus macht auch vor der Situation der Flucht und Vertreibung keinen Halt, im Gegenteil: Geflüchtete werden aufgrund ihrer Hautfarbe, Religion und Herkunftsländer unterschiedlich behandelt, manche sind willkommen, manche nicht. Das ist unmenschlich und heuchlerisch!

Deswegen gehen wir am 51. Welt-Roma*-Tag vereint auf die Straße! Für gleiche Rechte, gegen jeden Faschismus! All refugees welcome!
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Parade, ROMADAYStadtraum




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